Gemmi Teil 2 - Unter Singvögeln

Neben den imposanten Bartgeiern waren die Berichte von dort vorkommenden Alpenbraunellen und Schneefinken für mich ein weiterer, ja fast noch wichtigerer Grund, dem Gemmi einen Besuch abzustatten. Und in der Tat wurden wir in dieser Hinsicht nicht enttäuscht. Diese hochalpinen Singvögel sind nämlich sehr mit den Horden von Fotografen und den damit verbundenen Futtergaben vertraut. Und so kommt es, dass immer wieder unvermittelt Trupps dieser Singvögel auftauchen und auf der Suche nach etwas Fressbarem fast ohne jede Scheu zwischen den Beinen von Stativen und Fotografen umherhüpfen.

Für uns Flachländer sind diese beiden Arten nicht nur sehr exotisch, sondern auch äußerst hübsch anzusehen. Man kann sich nur wundern, wie sich so kleine Vögel in dieser unwirtlichen Gegend überhaupt behaupten können. Während wir bei den herrschenden -8 Grad und eisigem Wind, dick in vielen Schichten wärmender Kleidung eingepackt, immer wieder die wärmende Stube herbeisehnten, müssen die Tiere ja auch nachts, wenn das Thermometer schon mal auf unter -20 Grad Celsius sinkt, dort oben ausharren. Aber ganz offensichtlich scheint ihnen das alles nicht viel auszumachen.

Auch Alpendohlen gehören ja zu den Singvögeln, wenngleich man ihnen das aufgrund ihres weder sonderlich ansprechenden Gefiederkleids noch ihrer Sangeskunst auf den ersten Blick ansieht. Man kennt diese Vögel womöglich von Wanderungen andernorts in den Alpen, wo sie sich aufgrund ihres an Piratentum erinnernden Verhaltens ja einen gewissen Ruf erarbeitet haben. Auch auf dem Gemmi sind sie sehr zutraulich, ja zum Teil schon frech, und fressen den Besuchern zuweilen aus der Hand. Wie Schneesperlinge und Alpenbraunellen gaben auch sie in der winterlichen Kulisse aber gern gesehene Motive ab, wie die nachfolgende Galerie hoffentlich zeigt...

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