Durch das wilde Kasachstan

Bildautor: Stephan Flechtner
Bildautor: Stephan Flechtner

Schon länger schwebte mir eine Reise nach Zentralasien vor: ungebändigte Landschaften, weite Steppen, wilde Gebirge - alles Vorstellungen, die ich mit dieser Region verband. Und um es vorwegzunehmen, die Realität sieht nicht viel anders aus. Mangels Russisch-Kenntnissen, aber auch, weil ich mir das Reisen auf eigene Faust in der dortigen Region nicht sonderlich einfach vorstellte, habe ich mich schließlich entschlossen, die Reise in einer Gruppe anzutreten. Der Veranstalter war das "Institut für Ökologie" mit Sitz in Bischkek, deren Angebote mir schon seit einiger Zeit bekannt sind.

Der Veranstalter legt besonderen Wert darauf, seinen Reiseteilnehmern die Natur- und Kulturschätze der jeweiligen Region nahezubringen. Je nach Interessengebiet kann man sich einer von vier Teilgruppen - Zoologie, Botanik, Geographie, Kultur - anschließen. Ich habe mich für die Zoologie-Gruppe entschieden. Unter der Führung fachkundigen Experten waren viele interessante und schöne Beobachtungen möglich. Besonders die Vogelwelt stand im Fokus. Für uns Mitteleuropäer gab es natürlich zahlreiche Arten zu entdecken, deren Auftreten in heimischen Gefilden als absolute Ausnahmeerscheinungen anzusehen ist. Hier aber kann man sie in ihrem ursprünglichen Lebensraum beobachten: Saxaul-Sperling, Steppenadler, Weißkopf-Ruderente, Zitronenstelze, Sprosser-Rotschwanz, Wüstenschmätzer, Klippenkleiber und Jungfernkranich seien hier nur stellvertretend genannt. Daneben bereicherten auch verschiedene Schlangenarten, Schildkröten, Kropf-Gazellen, Ziesel, diverse Echsen, ein Skorpion und diverse Insekten die Artenliste.

Auf unserer gut 3.000 km langen Rundreise wurden die charakteristischen Lebensräume aufgesucht, angefangen von Steppen in ihren unterschiedlichen Ausprägungen, bis hin zu Wüsten, ehemaligen Auwäldern, Gebirgen und dem Hochgebirge. Ganz besonders beeindrucken waren für mich die bunten Berge von Aktau und die so genannte "singende Düne", beide im Altyn Emel Nationalpark gelegen. Daneben muss noch der Scharyn (oder Charyn)-Canyon Erwähnung finden, der einem Vergleich mit dem Grand Canyon locker standhält - ja ihn womöglich übertrifft, was seine Schönheit und Wildheit anbelangt!

Der Fotoapparat war natürlich mein steter Begleiter - aber zugleich nur Nebendarsteller. Die eigene Bewegungsfreiheit ist auf einer Gruppenreise nun einmal deutlich eingeschränkt. Es gilt Essenszeiten zu beachten und auch Stehenbleiben ist nur dann möglich, wenn ein Großteil der Gruppe das möchte. Und einige Sehenswürdigkeiten wurden zu Zeiten aufgesucht, als gerade "bestes" Mittagslicht herrschte. Das mit dem Licht war ohnehin so eine Sache, schöne Abend- oder Morgenstimmungen waren sehr rar gesät. Und wenn es doch mal gutes Licht gab, war man womöglich gerade mit anderen Aktivitäten beschäftigt (Essen, Schlafen, Quatschen...). Aber das ein oder andere vorzeigbare Bild ist schließlich doch  entstanden...

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