Der Zaunkönig - klein, aber...

Er ist die Stimme des Waldes - es gibt fast keinen Winkel im Wald, der nicht von seinem schmetternden Gesang durchdrungen würde. Dabei traut man ihm diese Sangeskraft eigentlich gar nicht so recht zu. Denn er ist nach Winter- und Sommergoldhähnchen der kleinste Vogel in heimischen Gefilden. Nur etwa neun Gramm bringt der Zwerg unter den Vögeln auf die Waage. Seine wenig imposante Erscheinung und auch sein eher schlichtes Federkleid macht er aber durch seine laute Stimme, welche die immer gleiche Strophe vorträgt, leicht wieder wett.

In diesem Frühjahr habe ich mich ausgiebig mit dem Zaunkönig beschäftigt. Der Grund dafür war, dass ich im vergangenen Jahr zufällig auf ein Nest mit fütternden Alttieren gestoßen bin und erste Kontakte mit der Art geknüpft habe. Dieses Jahr habe ich mich nun daran gemacht, gezielt nach Revieren und vor allem nach Nestern zu suchen. Wenn man ihre bevorzugten Niststandorte kennt - Wurzelteller umgefallener Bäume und efeuberankte Baumstämme - dann fällt es auch nicht so schwer, sie aufzuspüren. Ich konnte knapp zehn dieser Kugelnester finden. Allerdings muss man wissen, dass das Zaunkönigmännchen immer mehrere davon anlegt und das Weibchen dann letzten Endes eines davon für die Brut erwählt. Das heißt, ein Nest allein verspricht noch kein Bild...

Noch ein paar Worte zur Nestfotografie, die ich hier zum Teil betrieben habe und die nicht den allerbesten Ruf - sowohl unter Naturfotografen, als auch Ornithologen - vor sich herträgt. Aus meiner Sicht in der Pauschalität zu unrecht. In der Tat ist es so, dass in der Zeit, wenn die Jungen noch nicht geschlüpft sind, die Tiere äußerst sensibel reagieren und gegebenenfalls auch mal eine Brut aufgeben, wenn sie dabei gestört werden. Wenn aber die Jungen einmal geschlüpft , etwas herangewachsen sind und laut betteln, dann kann man sich meiner Meinung nach durchaus mal daran probieren. Man sollte aber immer das Verhalten der Elterntiere im Blick haben. Akzeptieren sie den Fotografen oder dessen Gerätschaften im Umfeld des Nestes nicht und hören auf zu füttern, muss man natürlich auch zügig das Feld wieder räumen und auf das Fotografieren verzichten. Wenn sie aber im umgekehrten Fall nur ein paar Warnrufe von sich geben, die Versorgung des Nachwuchses weiterhin vonstatten geht, dann spricht wenig dagegen, die gefiederten Akteure und das Geschehen drum herum auch im Bild festzuhalten.

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Kommentare: 1
  • #1

    Michael Nübel (Dienstag, 05 Juni 2018 23:34)

    Hallo, die Bilder sind schön gestaltet.
    VG Michael