· 

Der Korsenkleiber

Korsenkleiber (Sitta whiteheadi)
Korsenkleiber (Sitta whiteheadi)

Ornithologisch Interessierte kommen auf Korsika am Korsenkleiber nicht vorbei. Sofern die angegebene Zahl zur Gesamtpopulation in Höhe von rund 2.000 Brutpaaren denn stimmt, ist die Art als nicht besonders häufig zu bezeichnen. Und so kostete es uns auch einige Mühe, den kleinen Vogel aufzuspüren. Zwar findet man im Internet Hinweise zu geeigneten Stellen für die Suche, doch damit ist er noch lange nicht gefunden! Unsere erste Unterkunft haben wir mit Bedacht so gewählt, dass wir zu einem seiner Vorkommensgebiete eine nicht allzu weite Anfahrt hatten.

Unser Glück versuchten wir im Forêt d´Aitone, wo es sogar einen dem Korsenkleiber gewidmeten Rundweg gibt, doch hier: Fehlanzeige. Der Korsenkleiber verfügt zwar über einen sehr charakteristischen, kraftvollen, staccato-artigen Gesang, dessen Kenntnis hilft bei der Suche allerdings nur in dem Fall weiter, wenn er diesen auch erklingen lässt. Die eher kalte Witterung ist ihm aber womöglich auf die Stimme oder auf´s Gemüt geschlagen, denn der Wald blieb weitgehend stumm. Umso mehr haben wir uns gefreut, als unsere Spürnase Ralph schließlich doch ein Revier aufgetan hat, in dem sich das kleine Vögelchen bereitwillig ablichten ließ.

Alte Laricio-Kiefern im Fôret d´Aitone - Lebensraum des Korsenkleibers
Alte Laricio-Kiefern im Fôret d´Aitone - Lebensraum des Korsenkleibers

Als Lebensraum wählt sich der Korsenkleiber gerne alte naturnahe Wälder, in denen die Korsische Schwarzkiefer (Pinus nigra subsp. laricio) - auch Laricio-Kiefer genannt - als Hauptbaumart auftritt. Hier werden nach Kleiberart beispielsweise von Spechten gezimmerte Höhlen bezogen und die Jungen groß gezogen. Das Art-Epitheton "whiteheadi" trifft es eigentlich ganz gut, denn seine Kopfzeichnung ist, abgesehen von den Schwarzanteilen am Scheitel und hinterm Auge, fast reinweiß, was ihn von unserem heimischen Kleiber unterscheidet. Auch ist er merklich kleiner und zierlicher und hat einen im Vergleich dünneren und längeren Schnabel.

Zu guter Letzt erfreuten wir uns, kurz bevor wir das Gebiet in Richtung Ostküste verließen, noch über eine weitere Begegnung, wo sich dann auch noch das ein oder andere Bild des nicht ausnehmend scheuen Vogels realisieren ließ.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0